Ironman 70.3 Kraichgau – noch 48h bis zum Start

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ironman hawaii 2017 Profi-Frauen

Am 5. Juni zur Mittagszeit brachen der zukünftige Half-Ironman und sein treuester Groupie Richtung Kraichgau auf. 630 km auf der Autobahn, am Freitag, bei 30 Grad im Schatten. Das einzige was fehlte war der West-Ost-Reiseverkehr, denn glücklicherweise liegt der Kraichgau in der Heidelberger Gegend und damit hatten wir die Autobahn ziemlich für uns alleine. So rollten wir 5 Stunden ohne große Pausen zu unserem Ersatz-Stützpunkt in Walldorf. Unser Hotel (Leonardo-Hotel) lag ca. 20 Auto-Minuten vom Wettkampf-Ort entfernt in Walldorf. Walldorf? noch nie gehört? ..

Das ist da, wo die SAP ihren Hauptsitz hat. Ein vor Reichtum kaum noch gehen könnender Ort im Kraichgau mit enormer SUV und Golfschläger-Dichte. Beim Check-In ins Hotel mussten wir zum ersten mal lachen. Als uns die nette Dame hinter dem Thresen mitteilte, dass sich im Hotel aktuell nur Triathleten, Golfer und zwei Busse mit Ausflugsrentnern befanden. Im selben Augenblick kamen uns auch zum ersten mal aus den Gängen zu den Zimmern das vertraute Klack-Klack-Klack entgegen, welches entsteht, wenn der/die Sportler/in sein/ihr Rennrad durch die Gegend schiebt. Etwas verwundert schauten die alten Damen und Herren schon drein, als sie sahen, dass die meisten einreisenden Sportler ihr Rad mit aufs Zimmer nahmen.

Nach dem Check-In ist bekanntlich vor dem Abendessen. Also ging es auf nach Walldorf City um Essen zu fassen. In einem netten allerdings auch etwas teureren Italiener gab es Pizza und alkoholfreies Bier. Später noch Eis … das perfekte Pre-Carboloading also. Dabei besprachen wir auch den nächsten Tag. Kurzes Lockerungstraining, Frühstück, gegen Mittag sollte es zur Startnummernausgabe gehen. Den Rest des Tages gab dann schon fast die Veranstaltung vor … Wettkampfbesprechung, Rad-Check-In usw. waren hier schließlich am Tag vorher zu erledigen. Am Abend stand zum 930sten mal das Lesen der Teilnehmerinformation auf dem Plan. Eine solche Anspannung und Aufgeregtheit, aber auch Vorfreude auf den Wettkampf spürte ich schon lange nicht mehr in mir.

Nach ruhiger Nacht hieß es also zunächst locker eine Runde radeln und danach standen noch 3 km locker traben auf dem Plan … Da es bereits morgens unerträglich heiß war, wurden es 15 km auf dem Rad und 1,5 km laufen. … Zum Anschwitzen völlig ausreichend.

Schon wieder hieß es Sachen packen. Diesmal alles, was für Radfahren bzw. Laufen benötigt wird, da diese Sachen bereits beim Rad-Check-In mit abgegeben werden sollten. Jetzt hieß es, möglichst den Weg fahren, der auch am nächsten Tag genutzt werden sollte. Ich bin mir nicht sicher, aber ich kann mich nicht daran erinnern schon mal soviel vorher geplant zu haben. Kein Risiko, Keine Zufälle waren die obersten Gebote. Auch ein Indiz dafür, wie nervös ich war.

Für alle, die hier jetzt nur weiterlesen, weil sie kleine und große Katastrophen erwarten. Da muss ich leider enttäuschen. Bis zum Renntag passierte nichts mehr, was so nicht geplant war. Emotional wurde es trotzdem noch.

Im späteren Ziel in Bad-Schönborn Mingolsheim (Ich frage mich die ganze Zeit was ausländische Starter bei diesem Ortsnamen denken), befand sich auch die Startnummernausgabe. Hier war natürlich am Samstag ein Schaulaufen sonders gleichen zusehen. Nicht nur das Triathlon eine rießige Gockel-Veranstaltung ist, hier wurde schon mal klar und deutlich gezeigt was Mann oder Frau schon erreicht hat. Stolz wurden die Finsher-Shirts vergangener Rennen zur Schau getragen dazu ein buntes Farbenspiel an Kompressionssocken. Die Szene zeigt was sie hat. Aber die Materialschlacht sollte später noch einen weiteren Höhepunkt erfahren.

Nach dem obligatorischen Besuch der Wettkampfbesprechung (Ich glaube meine letzte hatte ich bei meinem ersten Triathlon im Spreewald besucht) machte ich mich mit meinem Edel-Groupie auf den Weg nach Ubstadt-Weiher. Hier sollte es morgen um 9 Uhr losgehen und heute galt es noch ein Rad dort einzuchecken. Hier gab es dann den heutigen Höhepunkt der Leistungsschau. So viel Carbon und Testosteron auf einem so kleinen Fleck.

Ein kleiner Lichtblick war hier die Ironkids-Veranstaltung. Hier dürfen 8 bis 13-jährige Kinder sich am Triathlon versuchen. Die ganz Kleinen schwimmen 50m, radeln einen Kilometer und müssen dann noch 400m laufen. Die etwas größeren schwimmen 100m, radeln immerhin schon 2,5 Kilometer und müssen ebenfalls anschließend 400m laufend zurücklegen, bevor sie sich die begehrte Finisher-Medaille umhängen dürfen. Wer allerdings glaubt, hier überwiegt der Spass wird schnell eines bessern belehrt, wenn er in die verbissen kämpfenden Augen der Kids geblickt hat. Bei den Rädern war hier zum Glück noch alles vertreten. Vom HelloKetty-Rad mit Stützrad bis hin zum Mini-Rennrad war alles dabei. Auch bei der Bekleidung war alles zu sehen. Von der einfachen Badehose, bis hin zum Triathloneinteiler für die Minis.

Direkt im Anschluss an die Ironkids startete die Bundesliga zu einem abendlichen Sprintrennen. Insgesamt fanden am Wochenende drei Wettbewerbe statt. Neben dem 70.3 Rennen gab es noch das bereits erwähnte Bundesliga-Rennen über die Sprintdistanz und am Sonntag Nachmittag gab es noch ein 5150 Wettbewerb, also über die Kurzdistanz. Wer hierüber mehr erfahren möchte, dem empfehle ich den Blogpost von Juliregen. Als Teilnehmerin kann sie sicher am Besten über die Veranstaltung berichten. Ich muss zugeben, ich habe von diesem Rennen nichts mitbekommen.

Zum ersten Teil: Ironman 70.3 Kraichgau – Die Vorbereitung

Zum dritten Teil: Ironman 70.3 Kraichgau – Das Rennen und die Zeit danach

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