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Traumhafte Berglandschaften, dichte Wälder und klares Seewasser. Der Tegernsee in Bayern erfüllt alle Klischees für kitschige Postkarten. Einmal im Jahr fallen jedoch mehrere tausend bunt gekleidete Verrückte über die Idylle her und rennen um den See. Bereits letztes Jahr haben uns die Landschaftsbilder vom Tegernseelauf fasziniert. Daher beschlossen wir, in diesem Jahr selbst die bunten Socken anzuziehen und an den Start zu gehen. Wir berichten hier über den Tegernseelauf und über unser Wochenende in München. Warum Hannah leider zum Zuschauen verdammt war, wir den FT-Club München besuchen konnten und wie wir es nüchtern auf dem Oktoberfest ausgehalten haben. 

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Laufen, das ist heute mehr als nur ein Hobby oder ein gesunder Zeitvertreib. Laufen ist Lifestyle. Und das bedeutet, dass man nicht einfach nur für sich läuft. Viele von uns teilen gerne ihre Leidenschaft mit anderen. Im Reallife, indem sie in Lauftreffs, Laufcommunities oder Laufvereinen gemeinsam laufen. Und in den Social Media. Hier finden sich etliche Gleichgesinnte. Einen Marathon laufen? Kein Problem! So zumindest scheint es, wenn man sich diverse Instagram-Accounts von laufenden Menschen anschaut. Dabei kann der soziale Druck in einem Lauftreff, einer Laufcommunity, einem Laufverein oder eben in den Sozialen Medien dazu führen, dass man übermotiviert ist, zu schnell zu viel will, sich durch die Lauffreunde als minderwertige*r Läufer*in fühlt und im schlimmsten Fall am Ende die Lust und den Spaß am Laufen verliert. Im folgenden Blogpost erfährst Du, wie Du es schaffst, Dich auf die positiven Aspekte des Laufens in der Community zu konzentrieren und mögliche negative Einflüsse auszublenden. Ich gebe Dir 5 Tipps, wie Du vermeidest, dass Du aus Gruppenzwang Eigendruck aufbaust.

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Heute geht es um das Mysterium Regeneration. Jede*r Sportler*in, der/die ambitioniert trainiert, muss sich früher oder später auch mit dem Thema Regeneration auseinandersetzen. Egal ob höher, schneller oder weiter dein Ziel ist. Erreicht wird es erst, wenn du zum richtigen Training auch richtig regenerierst.

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Eigentlich wollte ich in diesem Jahr beim Berliner Halbmarathon nicht an den Start gehen. Nach dem Barcelona Marathon Mitte März und dem Dresdener Citylauf eine Woche danach, sowie einigen geplanten Wettkämpfen im April und Mai, passte der Halbmarathon in Berlin so gar nicht in unsere Saisonplanung. Dann kamen noch meine Verletzungsprobleme hinzu. Doch am Ende kam wieder alles anders.

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Eine Woche nach der Treppe, stand bei null8null8 mal wieder geradeaus laufen auf asphaltierten Wegen auf dem Plan. Dank unserer Mitgliedschaft im Team Erdinger Alkoholfrei und der dortigen Möglichkeit Freistarts zu gewinnen, hatten wir erneut die Möglichkeit beim Oberelbe-Marathon den Halbmarathon zu laufen. Nachdem Hannah beim Mount Everest Treppenmarathon mal so mir nichts dir nichts zu den Ultraläuferinnen gewechselt ist, klang 21.095km tatsächlich plötzlich nach einer leichten Aufgabe.

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Und endlich war es so weit. Mit dem 79.Plänterwaldlauf stand für uns der erste Wettkampf des Jahres an. Da unser erstes Saisonhighlight mit dem Barcelona Marathon näher und näher rückt, war es an der Zeit den obligatorischen Vorbereitungs-Halbmarathon zu absolvieren. Nun gut, wenn wir es genau nehmen war es kein Halbmarathon, sondern ein 20km Lauf. Der Plänterwaldlauf findet mehrmals im Jahr statt und befindet sich gleichzeitig auf unserer Haus- und Hofstrecke. Da bietet es sich an – insbesondere zur derzeitigen Jahreszeit in der große Wettkämpfe eher rar gesäht sind – an einem kleineren Lauf ohne komplizierte Anreise teilzunehmen.

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Wie bereits erwähnt schlief ich eigentlich recht ruhig in den Nächten davor. Die in mir aufsteigende Nervosität hatte zum Glück keinen großen Einfluss auf meinen Schlafrhythmus. Am Morgen des Renntages brauchte ich trotzdem keinen Wecker ;-) Meine Startwelle sollte 9:40 auf die Strecke losgelassen werden. Um mich ein wenig abzulenken, wollten wir bereits zum Start der Pro-Athleten*innen am See sein und den Start live mit verfolgen.

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Bereits 2014 hatte Hannah die Gelegenheit beim Oberelbe-Marathon auf der Halbmarathon-Distanz diesen landschaftlich reizvollen Lauf zu absolvieren. Dieses Jahr hieß es im Rahmen unserer Triathlon-Vorbereitung wieder Laufen beim OEM. Da der Lauf aus dem vollen Training heraus gelaufen wurde hatten wir keine großen Ambitionen an die Zielzeit.

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Als uns vor wenigen Wochen ein neuer Bekannter fragte, ob wir nicht Lust hätten, mit ihm beim Teltower Halbmarathon zu laufen, sagten wir spontan zu. Uns ging es dabei nicht darum, den Wettkampf zu nutzen, um an unseren Bestzeiten zu arbeiten. Nein – wir wollten einfach gerne einen Wettkampf mit einem neuen Läuferfreund bestreiten. Dass wir den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern lieben und der Läufer ein gebürtiger Franzose und Weltenbummler ist, freute uns nur umso mehr.

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„You’ll never walk alone“ – das ist wohl DER Satz, der den meisten Sportbegeisterten einfällt, wenn es um die Stadt Liverpool geht. Als begeisterte Läufer und Fußballfans entschieden wir uns das Motto „You’ll never walk alone“ einfach mal für uns in „You’ll never RUN alone“ anzupassen.

Also haben wir unsere Koffer samt Laufschuhe gepackt und uns auf den Weg in eine der traditionsreichsten Fußballstädte Englands gemacht. Neben dem Rock’nRoll Marathon Liverpool sollte der Trip uns auch ein paar Tage Urlaub und Erholung bescheren. Am späten Donnerstagabend erreichten wir Liverpool. Leider wies unser Hotelzimmer zwei klare läufertechnische Mängel vor: 1. Die Bettmatratze war noch aus dem 19. Jahrhundert. 2. Unser Zimmer ging zu einer der Partystraßen der Stadt raus. Aber frei nach dem Motto unseres anstehenden Laufes haben wir uns einfach jede Nacht in den Schlaf gerockt und auf ausreichenden Schlaf gepfiffen – schlafen können wir immer noch genug wenn wir nicht mehr laufen können!

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Nach einem Stadtorientierungs-Freitag trafen wir uns am Samstagvormittag mit einer Reisegruppe aus Köln (wir sind mit einem der Organisatoren befreundet), um uns auf den Weg zur geplanten Stadiontour an der legendären Anfield Road zu machen. Ich habe zu diesem Anlass übrigens darauf verzichtet, mein Fortuna-Trikot zu tragen.

Die Stadiontour war für uns interessant – nicht weil wir die Tour an sich toll fanden, sondern weil es die Erfahrung wert war zu sehen, wie sehr der Fußball in England gehyped wird. Zudem waren wir von der enormen Professionalisierung des Trainingsalltages der Liverpool-Spieler fasziniert. Die Professionalisierung beinhaltet allerdings auch die komplette Entmündigung der Fußballer: Sobald diese sich zu ihrem Arbeitsplatz begeben, geben sie jede Art der Eigenverantwortlichkeit in die Hände von Trainern, Betreuern, Physiotherapeuten, Ärzten, Sportwissenschaftlern und Psychologen. Jede Bewegung wird aufgezeichnet und ausgewertet, nichts wird dem Zufall überlassen.

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Nach der Stadiontour hieß es für uns langsam runterfahren und die Beine schonen. Unser Carboloading haben wir dann am frühen Abend im italienischen Restaurant von Jamie Oliver mit leckeren Pasta vollzogen.

Am Sonntagmorgen begaben wir uns voller Vorfreude zu den Albert Docks, wo sich der Start des Rock’nRoll Marathons befand. Carstens Start des Halbmarathons war bereits um 8 Uhr, der Marathon, der für mich auf dem Plan stand, sollte um 9 Uhr beginnen. Das Wetter war perfekt: kühle Temperaturen bei zwischenzeitigen Sonnenphasen ohne heftigen Wind. Wie wir während unserer Tage in Liverpool selbst erfahren durften, war das beinahe windstille Wetter alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Auch der befürchtete Regen fiel während unserer Läufe komplett aus und so waren wir dem Wettermenschen wirklich sehr dankbar für sein feines Händchen.

Um 8 Uhr wurde Carsten mit lauter Musik in Begleitung von 3500 Halbmarathonis auf seine Runde geschickt. Von da an hieß es auch für mich unmittelbare, mentale Vorarbeit für den zweiten Marathon meines Lebens zu leisten. Da es noch sehr kühl war, nutzte ich die Möglichkeit, mich in der Echo-Arena warm zu halten. Dabei war es für mich optimal, dass die vielen Toiletten in der Arena alle genutzt werden konnten und ich so meinen letzten Toilettenbesuch vorm Lauf in aus Läufersicht komfortabler Weise vollziehen konnte.

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„Run and Rock“ war dann auch mein persönliches Motto für meinen zweiten Marathon. In den Wochen und Monaten vor Liverpool hatte ich einige gesundheitliche Hindernisse überwinden müssen. So galt für mich auch von Anfang bis Ende nur eines: Spaß haben und finishen. Die Zeit war mir wirklich völlig egal. Umso überraschter war ich, wie gut der Lauf lange Zeit lief. Ich hatte unglaublich Durchgangszeiten. Die Halbmarathondistanz durchlief ich nur wenige Sekunden über meiner Halbmarathonbestzeit. Irgendwo zwischen Kilometer 30 und 35 wurde ich von der 3:45er Gruppe überholt. Mir war zu diesem Zeitpunkt gar nicht bewusst, auf was für einem Kurs ich war, da Kilometerangaben nur alle 10km vorhanden waren und der Lauf ansonsten in Meilen ausgezeichnet war. Ich hatte mich zuvor nicht mit der Umrechnung von Meilenzeiten beschäftigt. Ich war einfach locker flockig an den Start gegangen.

Bis Kilometer 35 lief es wahnsinnig gut und trotz vieler Berge, die wir erlaufen mussten, hatte ich riesigen Spaß. Bei Kilometer 35 kam dann allerdings der Mann mit dem Hammer. Plötzlich merkte ich die Ermüdung meines Körpers und spürte die Schmerzen in meinen Beinen. Die letzten 7 Kilometer wurden somit noch einmal hart und ich nahm deutlich das Tempo heraus und legte insgesamt 3 Gehpausen ein. Dafür habe ich mich im Nachhinein verflucht, da diese nicht notwendig gewesen wären und mich am Ende um eine sub4er Zeit gebracht haben. Da ich aber durch die Meilenangaben komplett die Übersicht verloren hatte, war mir nicht klar, dass ich locker unter 4 Stunden bleiben würden, wenn ich ein wenig auf die Zähne beiße.

Trotzdem lief ich überglücklich nach 4:01:11 Stunden mit einem fetten Lächeln ins Ziel. Ich hatte den Marathon geschafft und dabei unglaublich viel Spaß gehabt. Dass ich die sub4er Zeit verpennt habe, konnte ich nach dem Lauf auch gut weglächeln, denn ich weiß, dass die sub4 nur eine Frage der Zeit ist. Schon Ende September in Berlin werde ich die sub4 knacken!

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Alles in allem hat uns der Rock’nRoll Marathon in Liverpool sehr gut gefallen. Es war toll in einem anderen Land die Atmosphäre eines Laufevents zu erfahren und diese in sich aufzusaugen. Auffallend war, dass deutlich mehr Frauen am Start waren, als dies normalerweise in Deutschland der Fall ist. Ideal war die Verpflegung: Statt der gewohnten Wasserbecher bekamen wir an jeder Verpflegungsstelle kleine Wasserflaschen gereicht. Somit konnte man deutlich mehr Flüssigkeit an den jeweiligen Verpflegungsständen zu sich nehmen – ein Traum! Außerdem wurden an einigen Verpflegungsstellen Powerbar-Gels und Sportgetränke gereicht. Ein Manko waren aber die angekündigten Rockbands: Der Lauf wirbt mit Rockbands, die sich angeblich an jeder Meile befinden. Dies war bei weitem nicht der Fall.

Die Strecke war sehr anspruchsvoll, da wir diverse Steigungen nehmen mussten. Auf dem ersten Teil der Strecke umrundeten wir das Stadion des FC Everton und einen Teil der Anfield Road – ein tolles Lauferlebnis. Außerdem liefen wir durch diverse Parks. Erstaunlich dabei war, dass die Strecke in den Parks teilweise gar nicht ausgezeichnet war. Also galt die Devise „immer dem Vorderläufer folgen“. Auch in der Innenstadt in Liverpool war die Strecke teilweise nur provisorisch markiert. Diese entspannte Art des Umgangs mit einem Marathon hat uns sehr gut gefallen. Keine großen Absperrungen, keine nervigen Sicherheitsvorkehrungen, ganz nach unserem Geschmack.

Abschließend bleibt festzustellen: Wir hatten ein paar sehr schöne Tage in Liverpool. Der Rock’nRoll Marathon hat großen Spaß gemacht und daher konnten wir auch ein Auge zudrücken, dass der Lauf weniger Rock und mehr Roll bot. Mir hat der Lauf viel gegeben, insbesondere Motivation für weitere Bestzeiten. Sub4, ich komme!!

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